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7. August 2010, Neue Zürcher Zeitung / NZZexecutive

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Erko Martins: Psychological Ownership in Organisationen. Zoom

Erko Martins: Psychological Ownership in Organisationen.

Bruno Staffelbach, Inhaber Lehrstuhl HR-Management, Universität Zürich

Was führt dazu, dass Menschen von «ihrer Firma» oder von «ihrem Projekt» sprechen, obwohl sie im rechtlichen Sinne gar nicht die Eigentümer sind? Eigentum hat einen juristischen und einen psychologischen Aspekt. Selbst wenn jemand nicht rechtlicher Eigentümer ist, kann sich diese Person so fühlen und verhalten, als wäre sie es – mit allen Konsequenzen: Sie identifiziert sich damit, sie engagiert sich dafür, und sie sucht es zu schützen, zu nutzen und zu mehren. In seinem Buch «Psychological Ownership in Organisationen» sucht Erko Martins, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Rostock, nach den Gründen für die Entstehung solcher Gefühle.

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Die Forschungen zum Eigentum zeigen, dass Eigentumsgefühle zum Menschen gehören, dass Menschen Eigentumsgefühle gegenüber einer Vielzahl von «Objekten» entwickeln können, egal, ob diese materieller oder immaterieller Natur sind, und dass die Eigentumsgefühle wichtige Konsequenzen auf Verhalten, Emotionen und Psyche haben. Zur Stärkung der Eigentumsgefühle stehen Unternehmen verschiedene Instrumente zur Verfügung. So zum Beispiel partizipative Führung, Ausweitung der Kompetenzen und der Autonomie von Mitarbeitern oder die Mitarbeiter zu Unternehmern im Unternehmen werden zu lassen. Während die Folgen von «psychological ownership» recht gut erforscht wurden, bestehen hinsichtlich der Voraussetzungen und Prozesse ihrer Entstehung grosse Forschungsdefizite.

Hier setzt die empirische Untersuchung von Martins an, die im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes entstanden ist. Mit verschiedenen Methoden und über mehrere Schritte entwickelt, verdichtet, prüft und erklärt der Autor mögliche Voraussetzungen und Prozesse der Entstehung von «psychological ownership». Die gefundenen Faktoren wie etwa erlebte Autonomie, Anerkennung, wahrgenommene Unterstützung durch die Organisation und verantwortungsvolle Aufgabe entsprechen den Bedingungen intrinsischer Motivation. Martins vertieft die Forschungen zur intrinsischen Motivation, indem er zusätzliche Kausalketten ermittelt, und er erweitert sie, zum Beispiel mit der Frage, wie viel Zeit es braucht, bis sich intrinsisch motivierte Erlebens- und Verhaltenszustände einstellen.

Fundamental sind aber prinzipielle Fragen, die mit dieser Thematik angestossen werden. In ökonomischen Theorien zeichnen sich moderne Unternehmen dadurch aus, dass in ihnen Eigentum und Management getrennt sind. Sind diese Modelle geeignet, um Firmen abzubilden, bei denen nicht das Finanzkapital, sondern das Humankapital entscheidend ist? Der Forschungsbericht von Martins exploriert, unter welchen Bedingungen aus Mitarbeitern Mitunternehmer werden.

Erko Martins: Psychological Ownership in Organisationen. R.-Hampp-Verlag, 2010. ISBN 978-3-86618-445-9, 274 S., Fr. 44.90.


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