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9. Juli 2011, Neue Zürcher Zeitung / NZZexecutive

Macht – warum manche sie haben

Buch des Monats

Jeffrey Pfeffer: Macht - warum manche sie haben und andere nicht Zoom

Jeffrey Pfeffer: Macht - warum manche sie haben und andere nicht

Eva-Maria Aulich, Lehrstuhl HR-Management, Universität Zürich

Gibt es einen Schlüssel zur Macht? In seinem Buch «Macht» verrät Jeffrey Pfeffer, Professor an der Graduate School of Business der Stanford University, wie ein solcher Schlüssel aussehen kann. Basierend auf Erkenntnissen wissenschaftlicher Studien und authentischen Begebenheiten, wird gezeigt, wie man Macht erwirbt, was dazu führen kann, dass man sie wieder verliert und welche negativen Nebenwirkungen der Aufstieg zur Macht hat.

Das Buch ist in dreizehn Kapitel unterteilt. Vorwiegend geht es darum, dem Leser zu vermitteln, wie man an Macht gelangt oder diese ausbaut. So wird erklärt, welche Hindernisse den eigenen Aufstieg verhindern, wie wichtig die richtige Ausgangsposition für den Aufstieg zur Macht ist und wie man sie findet, wie man sich in seinem Unternehmen eine geeignete Reputation aufbaut und was eine geeignete Reputation bedeutet. Auch wird die Frage beantwortet, welche Eigenschaften man aufweisen muss, um den Gipfel der Karriereleiter zu erklimmen.

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Dabei erachtet der Autor sieben Eigenschaften als essenziell: Ehrgeiz, Energie, Konzentration, Selbsterkenntnis, Selbstvertrauen, Einfühlungsvermögen und Konfliktfähigkeit. Auf den ersten Blick überrascht, dass Intelligenz und überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit nicht dazu zählen. Im Gegenteil: Der Autor zeigt, dass sich diese beiden Faktoren sogar negativ auf die Karrierechancen auswirken können. Diese Erkenntnis mag unserem Gerechtigkeitsempfinden widersprechen, dass jeder, der eine gute Leistung erbringt, irgendwann bekommt, was er verdient. Gemäss Pfeffer ist gerade diese Gerechtigkeitsillusion eine der Hauptursachen dafür, dass Menschen nicht zu Macht kommen, da sie sich ihrem Schicksal hingeben. Als wichtigster Tipp lässt sich daher festhalten: Wer Macht erlangen will, muss Eigeninitiative entwickeln.

Weniger ausführlich beleuchtet der Autor die negativen Seiten der Macht. Der Preis, den man für die eigene Machtposition zahlen muss, kann hoch sein: Einschränkungen der Privatsphäre durch erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit, eine verstärkt fremdbestimmte Terminplanung, weniger Zeit für Freunde und Familie, Misstrauen gegenüber anderen, die die eigene Machtposition gefährden könnten, und Sucht nach Macht.

Jeffrey Pfeffers Buch ist ein Werk über gesammeltes wissenschaftliches und anekdotisches Wissen über die Quellen der Macht und ist daher für Wissenschafter interessant. Aufgrund der praktischen Tipps, wie man Macht erwerben und sich selbst machtstrategische Taktiken antrainieren kann, eignet sich das Buch aber vor allem für alle, die auf der Karriereleiter ganz nach oben wollen. Jenen, die bereits dort angelangt sind, kann es als Anregung dienen, die eigenen Macht-Taktiken zu reflektieren.

Jeffrey Pfeffer: Macht – warum manche sie haben und andere nicht Börsenmedien AG, 2011, ISBN: 3-941493-71-X, 352 S., Fr. 39.90.


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