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18. Juni 2011, Neue Zürcher Zeitung / NZZexecutive

Fehler machen muss zulässig sein

Begriffe aus dem HRM - Wortgut

Begriffe aus dem HRM - Kreativität - Fehler machen muss zulässig sein (Bild: iStock)Zoom

Begriffe aus dem HRM - Kreativität - Fehler machen muss zulässig sein (Bild: iStock)

Philippe Mahler, Lehrstuhl HR-Management, Universität Zürich

Die Umwelt, in der ein Unternehmen tätig ist, verändert sich ständig. Neue Technologien werden verfügbar, Absatzmärkte ändern sich, oder neue Konkurrenten drängen in den Markt. Dies erfordert von den Unternehmen, sich ständig anzupassen. Wie kommen nun Ideen, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein, zustande? Eine mögliche Quelle ist das kreative Potenzial der Mitarbeitenden. Was ist Kreativität, und unter welchen Bedingungen gedeiht die Kreativität in einem Unternehmen besonders gut?

Als Kreativität wird die menschliche Fähigkeit verstanden, in verschiedenen Lebensbereichen bei Problemen neue, ungewöhnliche, aber sinnvolle Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Dabei entstehen die kreativen Lösungen nicht zufällig, sondern sie sind abhängig von der Erfahrung, dem Wissen und der Fähigkeit, Probleme zu erkennen. Kreativität ist dabei nicht in erster Linie von der Intelligenz einer Person abhängig, sondern kreative Personen zeichnen sich dadurch aus, nicht zueinander Gehörendes zu verbinden, sich von Konventionen zu lösen und dem Gruppendruck zu widerstehen.

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Freiraum schaffen

Will ein Unternehmen das kreative Potenzial seiner Mitarbeitenden gewinnbringend nutzen, muss es die Voraussetzungen dafür schaffen. Um kreative Ideen zu fördern, ist es wichtig, der Kreativität den nötigen Freiraum zu lassen. Für das Unternehmen bedeutet dies, bereit zu sein, unkonventionelle Ideen zuzulassen und mit den Auswirkungen eines möglichen Wandels umzugehen. Mit anderen Worten muss die Unternehmensführung bereit sein, sich vom Gewohnten zu verabschieden und Neuland zu betreten. Dies ist immer mit Unsicherheit und der Möglichkeit von Fehlschlägen verbunden. Das Unternehmen muss ebenso bereit sein, Fehler zuzulassen und Ideen nicht schon vor der Umsetzung aus Angst vor dem Scheitern aufzugeben.

Kommunikation vereinfachen

Um ein kreatives Umfeld zu schaffen, stehen dem Unternehmen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Sie können den Mitarbeitenden zum Beispiel grössere Entscheidungsspielräume und mehr Verantwortung übertragen, das Arbeiten in Projektteams fördern oder die Arbeitsplätze so einrichten, dass die Kommunikation vereinfacht wird.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist, guten Ideen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Dies bedeutet, sich für die Wahrnehmung einer Idee Zeit zu nehmen und anderseits die Idee eines Mitarbeitenden zu würdigen. Die Wahrnehmung einer Idee kann nur durch eine gewisse Entschleunigung des Arbeitsrhythmus geschehen – etwa durch den Einbau von Phasen der Entspannung und Bewegung in den Arbeitsprozess. Um die Kreativität der Mitarbeitenden auszuschöpfen, ist es wichtig, den Worten Taten folgen zu lassen und die Massnahmen nicht nur halbherzig umzusetzen.

Kreativ ist jeder, ob er es merkt oder nicht. Die Kombination von vorhandenen Produkten oder Arbeitsprozessen auf neuartige Weise – geschehe das bewusst oder unbewusst – ist alltäglich. Es liegt an den Unternehmen, mit entsprechenden Massnahmen das Potenzial ihrer Mitarbeitenden zu nützen.


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1 Leserkommentar:
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Jitka Perina (18. Juli 2011, 21:21)
Umgang mit Fehlern und Kreativität

Um Neues zu wagen, brauchen Menschen ein Umfeld, in dem sie Fehler begehen dürfen und Vorgesetzte, die ihnen den Rücken stärken, wenn einmal etwas schief läuft.
Kreativität hat eine wichtige Aufgabe in der Wirtschaft, sie soll Innovation ermöglichen. Kreativität verläuft in vier wichtigen Phasen und kann nicht einfach angeordnet werden: „Seid kreativ“.
1. Es ist zunächst notwendig, sich mit der Problemstellung auseinander zu setzen und das nötige Wissen zu gewinnen.
2. Die kreativen Ideen kommen dann nicht sofort. Gedanken brauchen ihre Inkubationsphase und arbeiten auch dann im Hintergrund, wenn wir uns mit der Lösungsfindung gerade nicht beschäftigen.
3. Die guten Ideen überfallen uns meistens plötzlich, wenn wir sie nicht erwarten.
4. Diese wollen schliesslich aufgenommen und umgesetzt werden.
In Unternehmen, welche auf alle Phasen der Kreativität achten, gelingt die Innovation.
Jitka Perina
Master Training Group GmbH, Zug

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