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30. April 2010, Neue Zürcher Zeitung / NZZexecutive

Energie, Hingabe und Enthusiasmus

Aus der HRM-Forschung

Was beeinflusst die Arbeitseffizienz? (Bild: istock)Zoom

Was beeinflusst die Arbeitseffizienz? (Bild: istock)

Philippe Mahler, Lehrstuhl HR-Management, Universität Zürich

Die Frage, wie sich die Arbeitseffizienz der Mitarbeitenden steigern lässt, existiert wahrscheinlich schon so lange, wie es Betriebe gibt. Welche Faktoren beeinflussen nun aber die Arbeitseffizienz von Mitarbeitenden? Sind dies Lohnsysteme, die Arbeitsbedingungen oder die Arbeitszufriedenheit? Die Forschung zeigt: Sie alle haben einen gewissen Einfluss. Ein bisher von der Forschung kaum beachteter Einflussfaktor in der Erklärung der Arbeitseffizienz ist das «Work-Engagement».

Dabei besteht Work-Engagement aus drei Elementen: der Energie, dem Enthusiasmus und der Hingabe, mit denen ein Mitarbeitender seiner Arbeit nachgeht. Dieses Engagement – so die Theorie – wirkt sich positiv auf die Arbeitseffizienz aus. In ihrem Übersichtsartikel «From thought to action: Employee work engagement and job performance» fassen die Autoren Evangelia Demerouti, Professorin an der Utrecht University, und Russell Cropanzano, Professor an der University of Arizona, die Erkenntnisse dieser Forschungsrichtung zusammen. Ein zentrales Problem bei einem Vergleich von Forschungsergebnissen über den Zusammenhang von Work-Engagement und Arbeitseffizienz ist, wie die einzelnen Grössen definiert und ausgewertet werden. Aufgrund dieser Diversität der Forschungsansätze verzichten die Autoren dabei bewusst darauf, die Erkenntnisse zu standardisieren.

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Die empirischen Ergebnisse zeigen auf der einen Seite, dass Work-Engagement, gemessen als einzelne Grösse, einen positiven Einfluss auf die Arbeitseffizienz der Mitarbeitenden hat. Dabei ist aber der Kanal, über welchen das Work-Engagement die Arbeitseffizienz beeinflusst, noch zu wenig erforscht. So könnte die Beziehung zwischen Work-Engagement und der Arbeitseffizienz durch eine Erhöhung der persönlichen Ressourcen (physische Leistungsfähigkeit, Intellekt oder soziale Kompetenz), eine optimalere Allokation dieser Ressourcen oder durch ein entsprechendes Arbeitsklima erklärt werden.

Auf der anderen Seite hat sich gezeigt, dass bei empirischen Ergebnissen, bei welchen die drei Elemente des Work-Engagement einzeln in die Untersuchungen einfliessen, der Arbeitseinsatz (also die Energie, die ein Mitarbeitender zur Arbeitserledigung aufwendet) einen stärkeren Einfluss auf die Arbeitseffizienz hat als der Enthusiasmus oder die Hingabe, mit der eine Aufgabe gelöst wird.

Ebenso kann die Umsetzung des Work-Engagements in eine höhere Arbeitseffizienz situationsabhängig sein. Es gelingt nicht, in jeder Situation das Optimum zu erreichen. Diese Umsetzung kann weiter von der Persönlichkeitsstruktur jedes einzelnen Mitarbeitenden abhängig sein. So gelingt es gewissenhaften Mitarbeitenden besser, ihr Work-Engagement in Arbeitseffizienz umzusetzen. Weiter zeigt sich, dass es ebenso auf die Operationalisierung der Arbeitseffizienz und des Work-Engagements in der Auswertung ankommt. Je eher die Arbeitsleistung in spezifische Aufgaben zerlegt werden kann, desto eher gelingt es, die Unterschiede in der Arbeitseffizienz zu erklären.


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1 Leserkommentar:
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Eline Blunier (13. Mai 2010, 08:49)
Bahnbrechende Erkenntnis!

Wer hätte das gedacht! Engagement führt zu Effizienz! Und zeitweilen, wenn energiegeladene, enthusiastische und publikationswütige Forscher sich voller Hingabe der Entdeckung nie vermuteter Zusammenhänge widmen, auch zu Redundanz.

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