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25. September 2011, Neue Zürcher Zeitung / NZZexecutive

«Ein Praktikum bei Google, Apple und Facebook nachholen»

33 Fragen an Dominik Kaiser, CEO 3+

Dominik Kaiser, Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident von 3+ Zoom

Dominik Kaiser, Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident von 3+

Interview: brk.

NZZ-Executive: Herr Kaiser, welches war Ihr Traumberuf als Kind?
Astronaut. Mich hat der Weltraum und die Entdeckung neuer Welten fasziniert.
Was haben Sie in der Schule für das Leben gelernt?
Rechnen.
Welches war das grösste schulische Drama für Sie?
Ich musste einmal fast eine Klasse in der Primarschule wiederholen.
Haben Sie als Schüler gemogelt?

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Natürlich.
Auf welche ausserschulische Leistung in Ihrer Jugend sind Sie noch heute besonders stolz?
Die Gründung meiner ersten Firma im Alter von 16 Jahren.
Welche Ausbildung würden Sie nachholen, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?
Je ein Praktikum bei Google, Apple und Facebook. Ich finde diese Unternehmen in vielerlei Hinsicht herausragend und interessant. Sie alle sind in ihrem Bereich sehr erfolgreich und innovativ. Jedes hat mindestens eine grosse Revolution ausgelöst. Gleichzeitig hat jedes dieser Unternehmen eine sehr eigene Unternehmenskultur, Weltsicht und Herangehensweise an Herausforderungen.
Wer hat Sie am meisten gefördert?
Eine amerikanische Professorin, welche mich heute noch coacht. Sie lehrt mich immer wieder Situationen verblüffend neu und anders zu sehen und mit Herausforderungen positiv umzugehen. Kennengelernt habe ich sie vor zirka 20 Jahren an einem Seminar in Deutschland.
Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Ich mag es, Strategien zu entwickeln und das Programm zu gestalten. Sehr viel Spass macht es mir, Dinge zu analysieren und neue Möglichkeiten zu entdecken.
Was würden Sie als Ihren grössten beruflichen Erfolg bezeichnen?
3+.
Wenn Sie sich an Ihr erstes Bewerbungsgespräch zurückdenken: Woran erinnern Sie sich noch?
Ich glaube, es war auf einer Bank für eine KV-Lehre. Es roch dort sehr interessant. Ich glaube, die hatten gerade einen neuen Teppich verlegt.
Wie viele E-Mails beantworten Sie pro Woche?
Zirka 350.
Wie viele Stunden arbeiten Sie durchschnittlich?
70–80 Stunden pro Woche.
An welchem Ort können Sie am besten arbeiten, und warum?
Analysieren und planen beim Schwimmen und zu Hause. Ich kann am besten denken, wenn ich alleine bin. Organisieren, verhandeln und abarbeiten im Büro.
In welchen Ländern haben Sie bisher gearbeitet – und wo wären Sie noch gerne tätig?
Schweiz, Deutschland, USA. Im Moment gefällt es mir in der Schweiz .
Auf welchem Gebiet haben Sie sich zuletzt weitergebildet?
Mich interessiert sehr, was sich in der Welt Neues entwickelt. TED war mein letzter Kongress. Zusätzlich lese ich viel.
Wie hoch war Ihr erster voller Monatslohn?
250 Franken als Radio/TV-Elektriker-Lehrling im Jahr 1984. Als Unternehmer habe ich davor schon deutlich mehr verdient. Meine Eltern bestanden jedoch auf eine Lehre oder die Matura.
Welches sind Ihrer Ansicht nach die drei wichtigsten Gründe für Erfolg im Leben?
Wissen, was man will und was Spass macht, Möglichkeiten und glückliche Gegebenheiten erkennen, Ausdauer und zu wissen, dass es mehr als drei Dinge braucht, um erfolgreich zu sein.
Aus welchem Misserfolg haben Sie am meisten gelernt?
Ich habe mich früher verzettelt und viele Projekte gleichzeitig am Laufen gehabt. Zwar war ich damit erfolgreich, habe mich aber gleichzeitig stark limitiert. Heute konzentriere ich mich lediglich auf ein einziges Projekt – dafür 300-prozentig.
Welches sind die drei wichtigsten Tugenden einen Vorgesetzten?
Dass er seine Mitarbeitenden motivieren und begeistern kann, sie herausfordert und auch ab und zu Geduld zeigt.
Wann bereitete Ihnen Ihre Berufstätigkeiten Bauchschmerzen?
Wenn es eng wird.
Worüber ärgern Sie sich in Ihrem beruflichen Alltag immer wieder, und was tun Sie dagegen?
Ich ärgere mich über Vertragspartner, welche sich nicht an Vereinbarungen halten.
Welche Eigenschaften schätzen Sie am meisten an Ihren Mitarbeitenden?
Sie helfen sich gegenseitig und sind alle top in ihrem Bereich.
Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?
Mit Sport: viel schwimmen.
Welche Netzwerke pflegen und nutzen Sie beruflich?
Keines so richtig.
Welche persönliche Freiheit vermissen Sie am meisten?
Viel Freizeit.
Was stört Sie als Staatsbürger?
Mir gefällt es hier.
Kommen Sie manchmal zu spät?
Selten.
Ihre grösste Tugend?
Ich habe Ausdauer und bin hartnäckig.
Ihr grösstes Laster?
Die viele Arbeit.
Ihr Lieblingsbuch?
«Die Entstehung der Arten» von Charles Darwin. Ein brillantes Konzept: mit wenigen Regeln, aber grosser Wirkung. Wenige, elegante Prozesse führen zu einer gewaltigen, kontinuierlichen Evolution.
Ihr Lieblingsfilm?
«West Wing». Das ist eine US-TV- Serie um den amerikanischen Präsidenten und sein Team, die nach 7 Staffeln 2006 abgesetzt wurde. Die Serie ist gut geschrieben, intelligent, clever und schnell. In jeder Folge gibt es etwas zu lernen.
Was kaufen Sie selber ein – und wo tun Sie dies?
Ich kaufe vor allem Lebensmittel selbst ein: Bei Le Shop und Globus.
Welches persönliche Ziel möchten Sie noch erreichen?
In den Weltraum zu fliegen.

Dominik Kaiser

Dominik Kaiser, 41, ist Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident von 3+. Bereits im Alter von 16 Jahren hat Kaiser seine erste Firma gegründet. Nach einer Lehre als Radio/TV-Elektriker war er als Product-Manager und Einkäufer im IT-Bereich tätig. Später spezialisierte er sich auf die Vermarktung und Produktion von Unterhaltung. Als unabhängiger Unternehmer hat er TV-Sendungen, Spielfilme und Veranstaltungen unter anderem für das Schweizer Fernsehen und Pro Sieben-Sat 1 produziert. Von 2001 bis 2002 war er Geschäftsführer von VIVA Plus in Köln und verantwortlich für die Neuausrichtung des Jugendsenders. Kaiser gehörte zu den Initianten der ersten Street Parade in Zürich.

3+ ist der grösste Schweizer Privatsender und beschäftigt 30 Mitarbeiter am Sitz in Zürich Schlieren.


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