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3. April 2011, Neue Zürcher Zeitung / NZZexecutive

Buddhistische Ökonomie

Aus der HRM-Forschung

aus der HRM-Forschung 
, Buddhistische Ökonomie (Bild: iStock)Zoom

aus der HRM-Forschung , Buddhistische Ökonomie (Bild: iStock)

Philippe Mahler, Lehrstuhl HR-Management, Universität Zürich

Ist die westliche Wirtschaftstheorie, mit der Grundannahme des Homo oeconomicus und Wettbewerb zur Maximierung des Eigennutzens unter Ressourcen-Beschränkungen, die einzige Möglichkeit, die Wirtschaft zu betrachten? So vielfältig wie die Kulturen sind auch die Werte, Religionen und Lehrtraditionen und damit die Ausgestaltung von Wirtschaftstheorien; wie beispielsweise in der «buddhistischen Ökonomie». Im Buddhismus wird das menschliche Potenzial durch die Schulung von Tugendhaftigkeit, Verstand und Weisheit erweitert. Wenn durch den Lernprozess die umfassende Weisheit erreicht wird, so erschliesst sich der Person die breitere Bedeutung des «Selbst». Dieses umfasst nicht nur die Person selbst, sondern auch die Gesellschaft und die Natur. Das Ziel der buddhistischen Ökonomie ist das Erreichen des übergeordneten Wohlbefindens. Dies wird nicht nur durch Konsum erreicht, sondern auch durch gute Taten, welche die Person für die Gesellschaft erbringt, und durch das Erreichen der umfassenden Weisheit (pañña).

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Im Artikel «A Buddhist Economic Approach to Employee Volunteer Program: Happiness in the workplace» untersucht Wanna Prayukvong, Assistant Professor der Ubon Rajathanee University, Corporate-Volunteering-Projekte aus der Perspektive der buddhistischen Ökonomie. In den letzten Jahren wird von den Unternehmen vermehrt erwartet, dass sie nicht nur ihre Shareholder, sondern auch ihre Stakeholder stärker berücksichtigen. Mit andern Worten: Es wird erwartet, dass die Unternehmen ihre Corporate Social Responsibility (CSR) wahrnehmen. Ein Instrument, die CSR wahrzunehmen, ist das Corporate Volunteering. Das Unternehmen stellt Mitarbeiter zur Unterstützung eines gemeinnützigen Projekts unentgeltlich zur Verfügung. Die Corporate-Volunteering-Projekte werden in erster Linie als Marketing-Instrumente und noch zu wenig als Werkzeuge für die Mitarbeiter-Entwicklung gesehen. Ein solches Projekt kann zur Schulung von Kompetenzen und des Gruppenzusammenhaltes dienen, und ebenso kann die Loyalität der Mitarbeitenden zur Unternehmung gestärkt werden.

Wie werden nun diese CSR-Massnahmen im Blick der buddhistischen Ökonomie gesehen? In der buddhistischen Lehre wird die menschliche Existenz nicht isoliert betrachtet, sondern sie steht in einer Wechselbeziehung mit der Gesellschaft und der Natur. Mit diesem Hintergrund wird Corporate Volunteering nicht nur als Pflege des Unternehmensimage verstanden, stattdessen kann es wie die Übungen zum Erreichen der umfassenden Weisheit (pañña) betrachtet werden und damit in der buddhistischen Ökonomie als Instrument der Mitarbeiter-Entwicklung. Prayukvong hat dazu drei Fallstudien in Thailand durchgeführt und kommt zu folgenden Erkenntnissen. In allen Studien sind die Corporate-Volunteering-Einsätze nicht einzigartig, sondern werden über längere Zeit durchgeführt; und ist derjenige, der Mitarbeitende zu gemeinsamer Freiwilligenarbeit überzeugen kann, ein Geschäftsleitungsmitglied, werden häufiger solche gemeinnützige Projekte durchgeführt.

Wanna Prayukvong (2009): A Buddhist Economic Approach to Employee Volunteer Programmes. The Journal of Corporate Citizenship, 38.

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