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19. Juli 2010, NZZexecutive

Ohne Sozialkompetenz kein Weg nach oben

Die Rekrutierung junger Führungskräfte ist eine zentrale Managementaufgabe.

In Form für den beruflichen Aufstieg: Hohe Leistungsbereitschaft und Sozialkompetenz gehören zum Basisrüstzeug künftiger Führungskräfte. (Bild: Nadja Schärli)Zoom

In Form für den beruflichen Aufstieg: Hohe Leistungsbereitschaft und Sozialkompetenz gehören zum Basisrüstzeug künftiger Führungskräfte. (Bild: Nadja Schärli)

Neue Luzerner Zeitung / Simon Gfeller, Michel Steimann, Ivan Buck

Die Nachfolgeregelung einer Unternehmung ist langfristig von entscheidender Bedeutung. Doch bringen junge Manager die Fähigkeiten mit, den Ansprüchen ihrer Vorgänger gerecht zu werden? Eine Befragung von acht CEOs im Raum Zentralschweiz sowie fünfzig Studenten der Hochschule Luzern zeigt klare Präferenzen auf.

Strategische Aufgaben

Eine der begehrtesten Aufgaben in der Funktion als CEO oder Mitglied einer Geschäftsleitung sehen die befragten Nachwuchskader bei der strategischen Unternehmensführung. Weiter fasziniert sie das selbstständige Arbeiten mit hoher Verantwortung und Aufgaben rund um die Personalführung. Rund ein Drittel der Befragten schreibt sich dabei eine hohe Sozialkompetenz zu und bewertet diese als besonders wichtig, um auf der Karriereleiter weiter nach oben zu gelangen. Die Nachwuchsmanager orten die Gründe für einen ausgebliebenen Karrieresprung bei den fehlenden Erfahrungen sowie bei ihrem zu jungen Alter.

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Loyalität ist gefragt

«Eine hohe Sozialkompetenz, dazu ein grosser Leistungswille und je nach Funktion gute Fremdsprachenkenntnisse sind die wichtigsten Voraussetzungen für junge Führungskräfte », meint Andreas Hug, CEO der Firma Hug in Malters. Seine Ansicht deckt sich mit den Meinungen von acht weiteren befragten CEOs im Raum Zentralschweiz. Auch das Thema Loyalität gewichten die erfahrenen Manager hoch. So sind die Integration in das neue Leitungsgremium wie auch die Identifikation mit der Unternehmenskultur von grosser Bedeutung. Die Hauptgründe für den fehlenden Erfolg sieht Jörg Lienert, CEO und Inhaber der Unternehmensberatungsfirma Jörg Lienert AG, bei der mangelnden Leistungsbereitschaft und Sozialkompetenz.

Persönlichkeit zählt

Sowohl CEOs wie auch angehende Führungskräfte sind sich einig: Unabdingbar für einen Job auf höchster Verantwortungsstufe ist eine hohe Sozialkompetenz.

Leistungsbereit genug?

Bei der Thematik der Leistungsbereitschaft sind sich die aktuellen Führungskräfte noch nicht im Klaren, ob diese bei jungen Managern in genügendem Masse auch tatsächlich vorhanden ist. Zudem ist festzuhalten: Weiterbildungsinstitute sind in Zukunft gefordert, ihre Ausbildungsprogramme vermehrt auf soziale Fähigkeiten wie Personalführung und Change Management auszurichten.

Eine fundierte Ausbildung, Leistungsbereitschaft und gute Charaktereigenschaften sind nach Aussage der befragten CEOs kein Garant, aber wohl das optimale Rezept, um dereinst in das Top-Management befördert zu werden.

Die Autoren sind Führungskräfte in Zentralschweizer Unternehmen. Sie haben diesen Fachartikel im Rahmen ihrer Weiterbildung «Executive MBA» an der Hochschule Luzern – Wirtschaft verfasst. Dieses zweijährige, berufsbegleitende Nachdiplomstudium ist praxisorientiert und zugleich theoriegestützt. Es ist regional verankert, verfügt über eine nationale Ausstrahlung und integriert Anforderungen, die durch die Globalisierung für Unternehmen entstehen. Es soll Führungspersonen unterstützen, ihre Führungskompetenz nachhaltig weiterzuentwickeln.

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1 Leserkommentar:
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Rigo, Stephan Hammer (23. Juli 2010, 11:01)
Sozialkompetenz bei den meisten nur ein Schlagwort

Das höchste Gut was eine Führungspersönlichkeit in der Ausübung ihrer Tätigkeit mit bringen kann, ist wohl Sozialkompetenz.Nur leider wird diese all zu oft nur auf dem Papier im Curriculum Viate niedergeschrieben.In der Realität liest sich die Sache dann schon ganz anders.Die meisten Führungskräfte haben eine übertriebene Selbsteinschätzung bezüglich der o.g.Kompetenz.Leider bleibt es mir aufgrund meiner Loyalität untersagt hierzu vermehrt den Gegenbeweis anzutreten.Und überhaupt ist es doch so, wer sich lautstark mit verschiedenen Dingen brüstet ist meist sehr weit davon entfernt diese inne zu haben.Als Referenz sollte jeweils die Belegschaft der Führungskraft, eine ehrliche Aussage über deren Sozialkompetenz treffen dürfen.

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