18. November 2011, NZZexecutive
«Geschäftssprache Nummer eins bleibt Englisch»
Sprachtrainings im Ausland sind wirkungsvoll.
Interview Andy Waldis
Max Wey, müssen Manager heute Chinesisch können?
Max Wey: Nein, denn etwas salopp gesagt, würde man eh nur Spanisch verstehen. Es dauert recht lange, bis man sich im Businessbereich auf Chinesisch fliessend unterhalten kann. Geschäftssprache Nummer eins bleibt Englisch. Daneben reicht es aus, wenn man einige Brocken Chinesisch spricht, um dem Gegenüber mit Respekt zu begegnen. In diesem Zusammenhang würde ich auch sagen, dass es wichtiger ist, mit kulturellen Eigenheiten vertraut zu sein. Diese Kenntnisse kann man sich beispielsweise während eines Cultural Training aneignen oder in ein Sprachtraining im Ausland einbauen.
Sind Ihre Business-Sprachkurse im Ausland branchenbezogen oder allgemein gehalten?
Sowohl als auch. Dies hängt von den Wünschen des Kunden ab. Jedoch kann man sagen, dass durch die kleinen Kursgruppen in jeden Business-Sprachkurs branchenspezifische Inhalte einfliessen, denn sämtliche Teilnehmenden verfügen über einen geschäftlichen Hintergrund und bringen dies in den Unterricht mit ein. Daneben gibt es auch reine Branchenkurse, beispielsweise für HR- oder IT-Fachleute, Banker und Finanzfachleute oder Ingenieure.
Welches sind die Vorteile eines Kurses im Ausland?
Ein Sprachtraining im Ausland ist mindestens zehnmal so intensiv wie ein Kurs hier in der Schweiz. So hat man mit dem Sprachunterricht im Ausland bereits nach zwei bis drei Wochen gleich viele Lektionen besucht wie bei einem hiesigen Sprachtraining in einem ganzen Jahr. Zusätzlich können sich die Kursteilnehmer im Ausland vollständig auf ihre Lernziele konzentrieren und werden nicht durch Berufs- oder Alltagspflichten abgelenkt. Die Lernmotivation ist zudem generell höher, da man das Erlernte auch vor Ort gleich im Alltag umsetzen kann. Das Zauberwort heisst «total immersion», was so viel bedeutet wie komplettes Eintauchen in die neue Sprachumgebung.
Und von dieser Umgebung bekommen Teilnehmer auch sonst einiges mit?
Bestimmt. Neben der sprachlichen Komponente bieten Sprachkurse im Ausland auch weitere wichtige Erfahrungen für das Berufsleben. Man lernt Kursteilnehmende aus den verschiedensten Ländern kennen. Bei der Arbeit mit ausländischen Geschäftspartnern sind gerade diese Eindrücke hilfreich. Das Networking und der Austausch unter den Teilnehmenden des Kurses ist unkompliziert und kann zu wichtigen neuen Kontakten führen. Die Gruppenstruktur der Sprachkurse ist sehr homogen, was Kommunikation auf einem hohen und fachspezifischen Niveau erlaubt. Die zwei- bis dreiwöchigen Sprachtrainings sind zudem sehr intensiv, was schnelle Fortschritte in der Fremdsprache zur Folge hat. Zu guter Letzt sind der Kurs und die Erfahrungen, welche man sammeln kann, eine persönliche Bereicherung.
Sie vermitteln auch Gastfamilien am Kursort und möchten damit den interkulturellen Austausch fördern. Nach welchen Kriterien wählen Sie Gastfamilien aus?
Genau, auch bei unseren Business-Sprachtrainings für Geschäftsleute und Manager vermitteln wir Gastfamilien. Dabei handelt es sich aber um Executive-Gastfamilien, die einen höheren Grundstandard aufweisen, den Gästen ein eigenes Bad sowie in der Regel auch Wireless Internet bieten. Die Gastfamilien sind ein wichtiger Bestandteil des Trainings, da sie nicht nur sprachliche, sondern auch kulturelle Inhalte vermitteln. Die Gastfamilien werden von unseren Partnerschulen vor Ort sorgfältig ausgewählt und kontrolliert. So können wir einen hohen Qualitätsstandard gewährleisten, was uns unsere Kunden immer wieder bestätigen.
Für welche (Business-)Weltgegenden sind sogenannte Cultural Trainings besonders zu empfehlen?
Je fremder eine Kultur ist, desto mehr Sinn macht ein Cultural Training. Gerade Asien, der Mittlere Osten oder Lateinamerika weisen ja gegenüber unserer Kultur im Hinblick auf Verhalten, Sitten und Normen grosse Unterschiede auf. Generell lässt sich aber sagen, dass man sein Gegenüber nicht nur in sprachlicher, sondern auch in kultureller Hinsicht verstehen muss, um erfolgreich Geschäfte zu machen. Zudem tut es auch mal gut, sich während eines Cultural Training der eigenen kulturellen Eigenheiten bewusst zu werden und zu erfahren, wie man selber auf andere Kulturen wirkt.
Wie muss ich vorgehen, wenn ich zum Beispiel in San Francisco Englisch lernen und gleichzeitig ein Praktikum/Volontariat absolvieren möchte? Ist das überhaupt möglich?
Für Personen, die ihren Sprachaufenthalt mit einem Arbeitseinsatz, Praktikum, Volontariat oder Demi-Pair verbinden möchten, haben wir unser Programm «Work & Study» kreiert. Die Planung eines solchen Aufenthalts ist relativ aufwendig, weshalb ich sowohl bei Sprachaufenthalten als auch bei «Work & Study»-Programmen eine ausführliche Beratung im Vorfeld empfehle. Wir bieten an acht Standorten in der Schweiz kostenlose Beratungen an.
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Senior Entwicklungs-ingenieur
Kommentare lesen
Richard Scholl (21. November 2011, 17:17)
Leider ja
früher, rund 1700 Jahre lang war es Lateinisch, dann Französisch. In der EU in Brüssel wird kaum deutsch kommuniziert, obschon die Deutschsprachigen (rund 95 Millionen) die grösste Sprachgruppe in Europa darstellen (von den Russen abgesehen).
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