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  • 17. April 2010, Neue Zürcher Zeitung / NZZexecutive

    Wandel braucht kluges Vorgehen

    Wandel braucht kluges Vorgehen

    Buch des Monats

    Sonja Radatz: Veränderung verändern: Das Relationale Veränderungsmanagement Sonja Radatz: Veränderung verändern: Das Relationale Veränderungsmanagement (Bild: )
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    Stefania Lottanti von Mandach, Lehrstuhl HR-Management, Universität Zürich

    Change-Management funktioniert nicht. Die Prozesse dauern zu lange, stossen Mitarbeiter vor den Kopf, erzeugen Widerstand – kurz: Sie halten nicht, was sie versprechen. So die Feststellung von Sonja Radatz, Autorin von «Veränderung verändern: Das Relationale Veränderungsmanagement» und selbst Change-Management-Beraterin.

    Weshalb das so ist, bespricht die Autorin im ersten Kapitel. Als grösste Schwäche identifiziert Radatz die inhaltliche Beratung und Umsetzung durch externe «Expertenberater», die gleichzeitig auch noch den Veränderungsprozess moderieren. Zu häufig übernehmen diese die Rolle und Verantwortung der Team- oder Unternehmensleitung im Change-Prozess und degradieren die in den Prozess einbezogenen Personen zu Informationsgebern, etwa für aufwendige Analysen der Vergangenheit, die jedoch unnötig sind, reicht es doch zu wissen, was man nicht mehr will und was gut funktioniert hat. Zudem verärgern solche Analysen die Mitarbeiter, schreibt Radatz, die Monate der Befragung durch unzählige Berater mit Checklisten hinter sich haben und in einem Kick-off all jene Ergebnisse präsentiert bekommen, die exakt dem entsprechen, was sie sich in ihrer kostbaren Arbeitszeit aus der Nase ziehen liessen.

    Im zweiten Kapitel identifiziert Radatz das Grundübel der «alten Schulen» des Change-Managements: ein Weltbild, das davon ausgeht, dass unsere Umwelt objektiv erfassbar ist. Wenn Menschen, die eigentlich das Gleiche sehen müssten, es nicht tun, sind Kontroversen und Widerstand programmiert. «Objektive Fakten» werden mit anderen «objektiven Fakten» erwidert, und am Schluss gewinnt, wer die schlagkräftigeren Fakten, also die besseren Karten, im Team oder Unternehmen hat. Dieses Weltbild muss zugunsten einer «Teil der Welt»-Weltanschauung aufgegeben werden, in der alles auf subjektiver Wahrnehmung basiert. Folglich gibt es kein objektives Branchenwissen und kein Expertenwissen, das, von aussen in die Unternehmung hineingetragen, von Nutzen wäre.

    Effektives Change-Management braucht deshalb keine inhaltliche Beratung, sondern ein durchdachtes Vorgehen. Der Prozess des Relationalen Veränderungsmanagements und dessen Elemente werden in Kapitel 3 ausführlich besprochen, es folgen die kritischen Schlüsselfaktoren (Kapitel 4). Wem das alles zu theoretisch ist, wird in den folgenden Kapiteln bedient, wo unter anderem die Architektur und Instrumente des Relationalen Veränderungsprozesses detailliert, ja schon fast kochrezeptartig beschrieben werden. Das Buch schliesst mit einer Reihe von Praxisbeispielen, die illustrieren sollen, dass das Relationale Veränderungsmanagement unabhängig von der Branche, Betriebsgrösse oder den örtlichen Gegebenheiten funktioniert.

    Sonja Radatz: Veränderung verändern: Das Relationale Veränderungsmanagement. Literatur-VSM e. U., 2009. ISBN 9783902155115. 389 S., Fr. 67.–.

    Sonja Radatz: Veränderung verändern: Das Relationale Veränderungsmanagement. Literatur-VSM e. U., 2009. ISBN 9783902155115. 389 S., Fr. 67.–.


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